Klarspüler selbst gemacht

Als ich gerade damit anfangen wollte, neuen Klarspüler zu machen, fiel es mir auf einmal auf: Ich habe Euch noch gar nichts davon erzählt, dass wir seit über einem Jahr Klarspüler selber machen! Zunächst wollte ich es erst mal in Ruhe ausprobieren, bevor ich davon berichte, und dann – habe ich es vergessen. Mannomann!

Jetzt also hier und jetzt, es ist nämlich wirklich supereinfach!

Man braucht:

  • 1 leere Glasflasche (500 ml)
  • 3 EL Zitronensäure
  • Wasser

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Weniger Verkehr wäre auch mehr Leben

Deutschland ist gerade dabei, seine Klimaschutzziele für 2020 zu verfehlen. Verantwortlich dafür ist, neben den hohen Emissionen bei der Stromerzeugung (aka Kohlekraftwerke), vor allem der Verkehr. Nun ist Verkehr nicht das Hauptthema dieses Blogs, aber trotzdem treibt mich die Frage nach einer sinnvollen Mobilität zunehmend um. Der Grund dafür ist ganz einfach: Wenn wir das mit unserem Planeten und dem Klimaschutz auf die Reihen kriegen wollen, dann muss die Verkehrswende in unserer Prioritätenliste in den kommenden Jahren ganz weit oben stehen.

Das Hauptproblem: Wir haben zuviel und immer mehr Verkehr

„Während in anderen Sektoren bereits deutliche Fortschritte erzielt werden konnten, stellt sich die Situation im Verkehrsektor besonders schwierig dar. Während die Fahrzeuge immer effizienter werden, steigt die Transportleistung weiter an, so dass die Emissionen des Verkehrs heute nur knapp unter dem Niveau von 1990 liegen. Auch eine Verlagerung hin zu umweltfreundlichen Verkehrsträgern war in der Vergangenheit kaum zu beobachten.“, schreibt z.B. das Öko-Institut.

Wenn man mal nachdenkt, dann ist schnell klar woher das kommt:

  • Güter werden weltweit produziert und verschifft. Wie viele Stücke in unserem Haushalt sind noch hierzuland oder gar in der näheren Umgebung produziert worden. Das allermeiste ist „Made in Sonstwo“.
  • Gleiches gilt auch für viele Lebensmittel. Der Kaffee am Morgen, die Banane im Müsli – soviele Produkte wurden von weit weg hierher transportiert.
  • Dazu kommt unsere eigene Mobilität im Großen wie im Kleinen, Urlaubsreisen  genauso wie der tägliche Weg zur Arbeit oder auch der Weg zum Einkaufen oder ins Lieblingsrestaurant.

Ich weiß, ganz viele von Euch werden hier sagen: „Ich mache hier schon total viel!“ Vom Einkaufsverhalten bis hin zum Verzicht auf Auto und Flugreisen.

Aber was mich jenseits meiner persönlichen Entscheidungen umtreibt, ist die Frage: Wie kann man das System umgestalten? Denn eines ist klar. Bei der Frage der Mobilität ist es wie mit dem Verzicht auf Plastik: Es muss am Ende gelingen, das System zu verändern, damit nachhaltiges Verhalten für die Mehrheit einfach und bezahlbar ist. Das kann gelingen durch den Druck von unten, indem immer mehr Individuen ihr Verhalten ändern und die Nahverkehrsunternehmen zwingen, mehr Busse fahren zu lassen. Kann, muss aber nicht!

Es müssen also zwei Dinge passieren und zwar in dieser Reihenfolge:

  1. Wir alle müssen weniger Verkehr verursachen: Weniger Waren durchs Land schicken und uns selber auch weniger von A nach B hetzen.
  2. Die wirklich notwendige Mobilität muss so nachhaltig wie möglich gestaltet werden.

Am Ende brauchen wir also etwas ähnliches wie die 5Rs von Zero Waste – und damit habe ich doch noch den Bogen zu meinem eigenen Blog hingekriegt 🙂

Hier mein Vorschlag für 4Rs:

1. refuse (ablehnen) = einfach mal zu Hause bleiben
Natürlich sollen wir nicht zu Stubenhockern werden, aber lasst uns mit der Chefin und dem Chef reden, ob ab und zu oder auch öfter Homeoffice möglich ist. Oder mit der Familie zu Hause einen Film schauen statt ins Kino. Und uns bei Dingen, die aus Übersee kommen, uns noch öfter fragen, ob es wirklich sein muss.

2. reduce (reduzieren) = lieber ums Eck als weit weg
Lasst uns die Läden ums Eck unterstützen statt die Shopping-Mall vor der Stadt, die eigene Stadt erkunden statt ein Wochenende nach Paris zu fahren. Wenn man wirklich längere Strecken braucht: klug kombinieren und Wege sparen, z.B. den Einkauf auf dem Nachhauseweg erledigen statt extra loszufahren.

3. reuse (wiederverwenden) = Wege clever kombinieren
Wenn man wirklich längere Strecken braucht: klug kombinieren und Wege sparen, z.B. den Einkauf auf dem Nachhauseweg erledigen statt extra loszufahren. Oder auf dem Weg in den Urlaub die Familie besuchen.

3. richtig wählen = das umweltschonendere Transportmittel wählen

Lasst uns vor Ort zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren, statt den Bus zu nehmen. Lasst uns mit den Öffentlichen fahren, statt ins Auto zu steigen. Und auf langen Strecken nehmen wir lieber den Zug als das Auto oder das Flugzeug.

Damit das klappt, brauchen wir vor allem einen öffentlichen Raum, der nicht mehr auf das Auto fixiert und ausgerichtet ist. 

  • Eine Durchmischung der Quartiere in der Stadt und ausreichend Infrastruktur in ländlicheren Gegenden – damit niemand fünf Kilometer fahren muss, um einen Liter Milch zu bekommen und damit Kinder zu Fuß zur Schule gehen können
  • Attraktive Wege und Umgebungen für Fußgänger – damit es auch wieder Spaß macht, sich zu Fuß fortzubewegen
  • Einen richtigen guten öffentlichen Nahverkehr – der uns vor Ort überall sicher und schnell hinbringt, ohne dass wir 15 Minuten im Regen warten müssen auf den Anschluss. Und dass nicht nur im Umkreis von 100m ums Rathaus, sondern auch bis in die Vororte
  • Ein gut ausgebautes Fahrradnetz – damit kürzere und auch längere Strecken fürs Fahrrad attraktiv werden
  • Genügend Fahrradstellplätze – überall dort wo Menschen arbeiten und an den Haltestellen von S-Bahnen und U-Bahnen – aber auch überall dort wo Menschen wohnen
  • Ein gutes Netz von Carsharing-Angeboten und Mietwägen – damit fahren wir zwar noch Auto, reduzieren aber die Umweltbelastung durch die Produktion eines eigenen Autos, das am Ende doch nur vor der Tür steht und Lebensraum für alle wegnimmt
  • Ein Ende des Steuerprivilegs für den Luftverkehr, das heißt die Besteuerung von Kerosin – damit ein erster Schritt getan wird, die Umweltkosten des Fliegens auf die Verursacher umzulegen
  • Ein gutes, funktionierendes, pünktliches Fernstreckennetz der Bahn

Liebe zukünftige Bundesregierung, Ihr dürft das gerne übernehmen, ganz ohne Lizenzgebühren!

Dazu gibt es natürlich noch eine Vielzahl von Maßnahmen, die sinnvoll wären – von einer Kerosinsteuer über die PKW-Maut bis hin zu Tempolimits und mehr. Aber das wäre ein sehr guter Anfang.

Und Ihr? Was wünscht Ihr Euch von der neuen Bundesregierung?

Ich bin toll!

Tssss, was ist das denn bitte für eine Überschrift? Jetzt ist sie durchgeknallt, oder?

Vielleicht ein bisschen, aber vielmehr ist es ein Versuch der Selbsttherapie! Normalerweise sehe ich nämlich vor allem die Dinge, die noch nicht so sind, wie ich sie gerne hätte. Das liegt zum einen an meiner Art (ist so), aber auch in der Natur der Dinge: Den ganzen Plastikberg, den ich nicht mehr verursache, den kann ich nämlich gar nicht sehen, der ist nicht da. Ich sehe aber das, was immer noch in meinem gelben Sack landet. Genauso ist das beim Restmüll. Und auch sonst sehe ich in der Wohnung naturgemäß all das, was noch da ist – und nicht den ganzen Kram, den ich ausgemistet, mühsam verkauft oder verschenkt habe.

Deshalb habe ich beschlossen, mich heute mal selbst zu loben, und mir all das ins Bewusstsein zu rufen, was schon supergut läuft und was anders ist im Vergleich zu früher.

Hier meine Liste: Ich bin toll! weiterlesen

Fastenzeit. Manchmal läuft es nicht.

Nachdem ich die ersten Wochen so stolz und glücklich war, weil das mit dem Fasten so gut lief, bin ich gerade frustriert. Der Grund liegt quasi noch neben mir: eine leere Packung Schokolade, deren Inhalt in meinem Magen grummelt.

Was ist passiert?

Ich weiß es nicht. Vergangenenes Wochenende habe ich auf der Geburtstagsfeier für meinen Großen schon mal einen Muffin genascht, aber das war irgendwie anders. Bewusst. Und mit Genuß. Nun bin ich aber seit ein paar Tagen schon spürbar auf „Entzug“, der Verzicht auf Zucker fiel mir zunehmend schwerer – und heute Mittag habe ich kapituliert. Menno!

Und Ihr? Kennt Ihr das, dass man irgendwann zumindest für einen Moment kapituliert, ohne klaren äußeren Anlass? Wie geht Ihr damit um?

Fastenzeit. Was lernen wir daraus?

Die ersten zwei Wochen der Fastenzeit sind (fast) vorbei, Zeit für ein weiteres Zwischenfazit. Wie schon berichtet, war der erste Tag gruselig gräßlich, danach war es erstaunlich einfach. Noch viel erstaunlicher finde ich, dass es so leicht weiterging.

Dabei habe ich mich ein bisschen genauer als sonst beobachte. Meine Frage war: Wann fällt mir mein Fasten leicht?  Wann ist es schwer und eine Belastung? Und was kann ich daraus lernen?

Lektion 1: Kümmere Dich darum, Dein Leben so zu organisieren, dass Dir das „gute Leben“ leicht fällt! Fastenzeit. Was lernen wir daraus? weiterlesen

Fastenzeit. Die ersten Tage oder überall lauert die Versuchung.

1. März 2017

8.48 Uhr: Das erste Frühstück war einfach. Joghurt mit Obst, dazu Tee. Trinke ich eh ohne Zucker. Aber ich habe der Tochter ein Honigbrot gemacht und danach das Messer abgeschleckt. Ganz automatisch, ehrlich gesagt. Süß ist schon ganz schön lecker.

9.56 Uhr: Ich denke mehr ans Essen als sonst. Mandarinen sind die Lösung.

10.30 Uhr: Und ein Brot.

11.24 Uhr: Cola Light geht ja auch nicht! Das hatte ich bis gerade eben verdrängt. Nicht, dass ich das oft trinken würde, aber es war immer mal wieder eine nette Option. Menno.

15.49 Uhr: Ich gebe es zu, ich denke ständig an Schokolade. Fastenzeit. Die ersten Tage oder überall lauert die Versuchung. weiterlesen

Fastenzeit. Sieben Wochen ohne – Industriezucker

Morgen beginnt die Fastenzeit und ich habe mich entschieden: 2017 faste ich Industriezucker. Wie bereits geschrieben, bin ich davon überzeugt, dass Zucker ein echter Suchtstoff ist. So viele Menschen berichten, dass sie jeden Heißhunger auf Süßes verlieren, wenn sie erst mal damit aufgehört haben, Zucker zu konsumieren.

Deswegen gibt es ab morgen

  • keinen Zucker in Tee oder Kaffee
  • keine Süßigkeiten, keine Schokolade
  • kein Kuchen, keine Plätzchen
  • keine Marmelade
  • keine süßen Getränke wie Cola, Limo oder Kakao

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Problemzone Kleiderschrank (III)

Nachdem sich mein Kleiderschrank ein gutes Stück weg vom suboptimalen Ist und hin zum gewünschten Sollzustand entwickelt hat, blieb als letzte große Aufgabe die sinnvolle Weiterverwendung der aussortierten Kleidungsstücke. Und ich weiß genau, warum ich mich so lange vor diesem Artikel hier gedrückt habe: Dinge sinnvoll weitergeben ist ein Drama! Problemzone Kleiderschrank (III) weiterlesen

Fastenzeit. 7 Wochen ohne – was?

Der Januar ist schon wieder rum und während sich die Jecken der Republik auf Fasching/Karneval freuen, drehen sich meine Gedanken wie jedes Jahr um die Fastenzeit. Vor einem Jahr habe ich ein „Plädoyer für die Fastenzeit“ gehalten, weil sie mich immer wieder dazu bringt, mein eigenes Verhalten zu hinterfragen. Gefastet habe ich dann 2016 Koffein, 2015 war es das Fernsehen, davor immer mal wieder was anderes wie Smartphone oder Klassiker wie Alkohol oder Süßigkeiten.

Dieses Jahr bin ich noch ein bisschen unschlüssig. Die evangelische Kirche hat die Fastenzeit 2017 unter das Motto „Augenblick mal. Sieben Wochen ohne sofort“ gestellt und ruft damit auf zu Entschleunigung und Innehalten. Ich finde das großartig, mir ist zur Fastenzeit aber ein konkreteres Thema lieber – also ein eher physischer Verzicht auf etwas bestimmtes. Was wird also mein Fastenthema 2017? Fastenzeit. 7 Wochen ohne – was? weiterlesen

Wann ist es erlaubt, gegen die eigenen Ideale zu verstoßen?

Natürlich würde ich gerne komplett verpackungsfrei einkaufen, müllfrei leben und dabei natürlich noch nachhaltig, minimalistisch und überhaupt perfekt konsumieren. Ich bin aber nicht perfekt und wenn ich auch nur eine Sekunde länger darüber nachdenke, möchte ich es auch nicht sein. Perfekte Menschen sind mir eher suspekt und irgendwie auch unsympatisch.

In der Realität sieht mein Leben also sehr unperfekt aus und besteht aus ziemlich vielen Ausnahmen von meinen theoretischen Idealen. Dabei ist mein schlechtes Gewissen mal größer und mal kleiner.

Was ist legitim? Was ist es nicht? Wann ist es eigentlich in Ordnung, gegen meine eigenen Regeln zu verstoßen? Wann ist es erlaubt, gegen die eigenen Ideale zu verstoßen? weiterlesen