Bewegen wir unseren Arsch. Ein wütendes Plädoyer.

In letzter Zeit bin ich immer öfter wütend. Ich sehe an so vielen Ecken und Enden, wie Menschen nichts verändern, weitermachen, gar nichts machen, obwohl sie wissen, dass es falsch ist. Ungesund. Schädlich. Zerstörerisch.

Ganz oft ist es so: Wir wissen, was gut und richtig und wichtig wäre. Wir wissen es. Aber das reicht nicht. Wir müssen es auch tun!

Schaffen wir unser Auto ab und gehen wieder zu Fuß, fahren Fahrrad oder mit dem ÖPNV. Verzichten wir auf den ökologischen Wahnsinn von Wochenendtrips quer durch die Republik oder quer durch Europa, nur weil Fliegen so wahnsinnig geil und noch billiger ist. Für 20 Euro nach London, warum überlegen? Weil es Bullshit ist, weil es das Klima zerstört. Und wir auf Kosten von Piloten und Flugbegleitern fliegen #easyjet. Es ist Mist und wir wissen es.

Kein Mensch braucht 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Im Südamerika wird für den Sojaanbau Regenwald abgeholzt, nur damit unser Fleisch was zu essen hat. Das ist pervers. Hören wir auf, Tiere zu essen, die vorher unter elenden Bedingungen dahinvegetieren mussten. Wir wissen alle, dass die meisten der von uns verspeisten 60 Kilo vorher in der Massentierhaltung gemästet wurden. Danach mit einem Transporter dorthin, wo das Schlachten ein paar Cent günstiger ist. Das ist nicht lecker, das ist zum Kotzen.

Hören wir auf, plastikverpacktes Fertigzeug mit nummerierten Inhaltsstoffen zu essen. Kaufen wir frische Sachen, kochen wir selbst, werden wir unabhängig. Bei dieser Gelegenheit fangen wir auch endlich an, konsequent Bio zu kaufen. Und Fairtrade. Alles, was hier nicht wächst, ist Luxus, wir wissen es. Kein Mensch hat Recht auf Ananas oder auf Erdbeeren im Januar. Kaffee ist um die halbe Welt gereist – dann hat er es verdient, im Sitzen und mit Achtsamkeit getrunken zu werden.

Hören wir auf, jeden Scheiß zu kaufen, nur weil er gerade vor unserer Nase liegt. Kein Mensch braucht 1000 DVDs, 100 T-Shirts oder mehr als eine Küchenmaschine. Niemand. Für jedes dieser Teile, das wir nach Hause schleppen oder uns gleich von Amazon nach Hause liefern lassen, wird Energie verbraucht und Wasser. Für manche werden Bäume abgeholzt, für andere seltene Erden geschürft. Und wofür? Für fünf Minuten Euphorie vor einem staubigen Schicksal, das im Müll endet. Lasst uns langlebige Dinge kaufen, die wir wertschätzen und mögen, die man reparieren und weitervererben kann.

Hören wir auf, nach immer größeren Wohnungen und immer mehr Platz zu schielen. Lasst uns vernünftig wohnen, unsere Häuser dämmen. Steigen wir auf Öko-Strom um, denn die Zeit von Kohle und Atom ist vorbei.

Und zu guter Letzt: Hören wir auf, unsere Zeit am Handy, Computer und vor dem Fernseher zu verdaddeln. Loggen wir uns aus Facebook, Twitter und Instagram aus, die unsere Zeit und dazu unsere Daten stehlen. Sie gaukeln uns eine Welt vor, die bei allen anderen nur aus den glücklichen Momenten besteht. Das ist eine Lüge. Sprechen wir wieder mit unseren Nachbarinnen und Nachbarn. Rufen wir unsere Eltern öfter an. Treffen wir uns öfter mit unseren Freunden. Lernen wir neue Menschen kennen. Fangen wir wieder an, die Augen auf die Welt zu richten in all ihrer Schönheit. Jetzt.

Wie wenig ist genug? Erkenntnisse aus dem Urlaub

Frisch zurück aus dem Urlaub stehe ich (mal wieder) in meiner Wohnung und kriege die Krise. Regale voll mit Zeug, Schränke voll mit Zeug, soviel Zeug. Es ist ja nicht so, dass ich nicht ständig ausmisten würde und kaum noch Sachen kaufe. Was unterm Strich bedeutet, dass der Kram an sich immer weniger wird. Trotzdem überwältigt es mich manchmal. Insbesondere – und damit bin ich beim Auslöser dieses Artikels – wenn ich frisch aus dem Urlaub komme. Egal ob im Zelt, im Hotel oder in der Ferienwohnung, Urlaub zeigt einem immer wieder, mit wie wenig man auskommen kann.  Wie wenig ist genug? Erkenntnisse aus dem Urlaub weiterlesen

Plastic Free July 2018 | Ich packe meinen Koffer

Juli ist Sommerferienzeit! Aber plastikfrei ist unterwegs noch viel schwieriger als daheim. Man weiß nicht, in welchen Läden man wie einkaufen kann und spricht vielleicht die Sprache nicht. Dazu kommt oft eine Stimmung von Ausnahme. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich tendiere dazu, im Urlaub viel eher mal fünfe gerade sein zu lassen – von der Ernährung über den Schlafrythmus bis hin zum Shoppen. Nicht gerade gute Voraussetzungen für gute Vorsätze…

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Plastic Free July 2018 | Was heißt eigentlich Strohhalm auf…

Strohhalme sind mein persönliches Drama. Ich mag es noch nicht mal, aus den Dingern zu trinken, ich würde nie nach einem fragen, ich denke noch nicht mal darüber nach. Aber genau das ist das Problem: Weil ich nicht an sie denke, denke ich auch nicht ans Abbestellen – und bekomme in schöner Regelmäßigkeit mein Getränk mit Strohhalm. Ahhhhhhh!!!

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Plastic Free July 2018 | Erst mal was trinken

Juhu, es ist der 1. Juli. Plastic Free July, ich komme. Darauf trinken wir was. Das Getränk ist dabei ziemlich egal, denn so oder so: Ziemlich viele Getränke gibt es mittlerweile in Plastik. Coffee-to-go und natürlich fast alle Getränke im Supermarkt, das Bier im Fußballstadion. Selbst Wein, Sekt und Schnaps ist mir schon im Plastikbecher angeboten worden. Was also tun?

  • Coffee-to-stay trinken (ist eh netter) oder einfach einen eigenen Mehrwegbecher befüllen lassen. Die gibt es sehr schick und teuer, aber auch ganz einfach. Ich würde fast wetten, dass nahezu jeder Haushalt hierzulande ein passendes Gefäß im Schrank stehen hat. Ich habe auch schon von selbstgestrickten Haltern für Schraubgläser gehört. Wenn wirklich nichts da ist, dann lohnt sich zumindest für Coffeinados die Investition. Heute ist ein guter Tag dafür.
  • Wasser aus dem Wasserhahn ist hierzulande auf alle Fälle eine Top-Alternative zu abgefülltem Mineralwasser, das im schlimmsten Fall noch um die halbe Welt geflogen wurde. Wer es lieber gesprudelt haben möchte, dem empfehle ich die Wassersprudler für zu Hause.
    Und zum Mitnehmen gehe ich die gleiche Wette ein wie beim Kaffeebecher: Fast jeder sollte was zu Hause haben, in dem er sich Wasser für unterwegs mitnehmen kann. Nur bitte keine gebrauchte Plastikflasche wiederverwenden. Die ist zwar leicht, aber die ganzen gesundheitsschädlichen Stoffe lösen sich nach und nach immer weiter und werden dann mitgetrunken. Lieber Glas oder Edelstahl, das sind aus meiner Sicht die besten Lösungen.
  • Und für alle anderen Fälle wie die jetzt anstehenden Sommerfeste, das Picknick oder das Fußballstadion? Da empfehle ich, ein eigenes Glas oder einen eigenen festen Becher mitzubringen. Das funktioniert ganz oft ganz hervorragend, selbst am Flughafen kommt man mit einem leeren Becher (oder der Kaffeetasse oder der Wasserflasche) locker durch die Kontrolle. Die Lösung fürs Fußballstadion habe ich gerade leider auch nicht parat, weil ich da seit Jahren nicht mehr live war und nur von den sehr restriktiven Kontrollen gelesen habe. Aber einen Versuch ist es im Zweifel wert.

Und Ihr? Findet Ihr auch, dass das ein guter Einstieg in den Juli ist?

Plastic Free July 2018

Das erste Halbjahr 2018 nähert sich seinem Ende und damit kommt: der Juli. Genauer gesagt: der plastikfreie Juli! Den Plastic Free July gibt es seit 2011 und der Juli ist deshalb für mich immer wieder ein Monat, der mich inspiriert, nicht nachzulassen. Vielleicht mal wieder einen Schritt weiterzugehen. Nicht bequem zu werden. Auch dieses Jahr möchte ich das wieder nutzen und gleichzeitig Euch auf diese Reise mitnehmen.

„Auf diese Reise“ ist in dem Fall recht wörtlich zu nehmen, denn ich bin diesen Juli weitestgehend unterwegs, was die Herausforderung zumindest für mich persönlich deutlich schwerer macht. Aber ich nehme die Herausforderung an. Hier auf dem Blog werde ich versuchen, einerseits meine aktuellen Erfahrungen mit Euch zu teilen, andererseits aber versuchen, Euch mit alten und neuen Tipps zu inspirieren.

Und Ihr? Was plant Ihr im Juli?

Fastenzeit 2018: 7 Wochen Zuhören

Morgen ist es schon wieder soweit: Die Fastenzeit 2018 beginnt. Diese Wochen sind für mich jedes Jahr wieder ein Anlass, bestimmte Verhaltensweisen zu hinterfragen und – zumindest temporär – zu verändern. Da ich zu einer eher kritischen Grundhaltung mir selbst (und oftmals auch den anderen) gegenüber tendiere, weiß ich eigentlich sehr genau, was ich alles anders machen sollte. An der klaren Meinung mangelt es mir eher selten, um es vorsichtig zu formulieren 😉 Es scheitert eher an der Umsetzung – die Schlagworte lauten „Alltag“ und „Schweinehund“.

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Mehr Spülmaschine oder mehr spülen?

Vor mittlerweile fast zwei Wochen passierte hier der zweitschlimmste haushaltstechnische GAU: Unsere Spülmaschine gab den Geist auf. Nach zwei eigenen Versuchen – erst mal nur die pure Hoffnung, dann die Reinigung von Sieb und Co. – war klar, dass der Kundendienst kommen muss. Und damit war auch klar, dass wir erst mal von Hand abspülen müssen.

Während ich die vergangenen Tage also am Spülbecken immer wieder am Spülbecken stand, hatte ich viel Zeit darüber nachzudenken, inwiefern das gerade total minimalistisch und cool oder einfach nur nervig und doof ist. Ganz so schwer wie die SPD mit ihrer Meinungsfindung (#GroKo #NoGroKo) tat ich mich damit nicht, aber für mich gibt es schon Licht und Schatten 🙂 Mehr Spülmaschine oder mehr spülen? weiterlesen