Abfall vermeiden – 5 Basics

Nachdem ich vor über einem Monat 5 Basics aufgeschrieben habe, mit denen man Plastik vermeiden oder zumindest reduzieren kann, widme ich mich jetzt dem restlichen Abfall. Damit meine ich zum einen den klassischen Restmüll, der in der Mülltonne landet. Ich finde es aber auch richtig, auch andere Kategorien mitzudenken, denn natürlich ist es gut, wenn beispielsweise Papier recycelt wird. Aber noch besser ist es doch, wenn wir insgesamt weniger davon verbrauchen, denn das muss nicht produziert, verpackt, veschickt etc. werden.

Daher jetzt und hier 5 Basics, um Abfall zu vermeiden:

1. Weniger kaufen

Alles, was wir kaufen, landet irgendwann so oder so im Müll. Entweder durch Verschleiß oder weil wir (und andere) keine Verwendung mehr dafür haben, weil es eine neuere, bessere Technik gibt…  Alles, was irgendwo irgendwie produziert wird, landet irgendwann auf dem Müll. Manches früher (siehe Punkt 3), manches später. Die neue Jeans. Die schöne Tasse, aus der wir gerade unseren Kaffee trinken. Der Tisch, an dem wir sitzen. Alles.

Wenn jeder Deutsche pro Jahr eine Hose weniger kauft, sind das rund 80 Millionen Hosen weniger, die produziert werden. Wenn jeder sein Handy erst alle 3 Jahre anstatt alle 2 Jahre erneuert, sind das bei 63 Millionen Handy-Besitzern in Deutschland (lt. Bitkom) rund 20 Millionen Handys weniger pro Jahr. Wenn ich mein Auto… Egal, Ihr versteht das Prinzip, oder?

Man muss nicht zum Minimalisten werden und versuchen, mit 100 Dingen auszukommen. Ein bisschen weniger ist ein Anfang. Vielleicht ist das ein Neujahrsvorsatz, den man schon zu Weihnachten beginnt umzusetzen (siehe Weihnachtsgeschenke).

2. Second Hand kaufen bzw. verkaufen

Wenn ich einen Tisch gebraucht kaufe statt neu, muss ein Tisch weniger produziert werden. Alles, was ich noch sinnvoll weitergebe, muss ich nicht wegwerfen. Nur weil mir etwas nicht mehr gefällt, nicht mehr passt, für mein Leben nicht mehr nötig ist, heißt das nicht, dass  es nicht jemand anderem gefällt, passt, für sein Leben nötig ist.

Das ist aber Aufwand. Vor allem das Verkaufen. Ja! Und an diesen Aufwand denke ich immer, wenn ich im Laden stehe und etwas „soooo schön“ ist.

3. Einweg-Artikel meiden („no excuse for single use“)

Es klingt so banal, aber es ist auch so einfach: Alles was wir nur einmal verwenden, landet halt nach dem einmaligen Gebrauch im Müll. Dass wir damit mehr Müll produzieren als mit Dingen, die wir mehrfach nutzen, ist trivial.

Was für Dinge sind das? Das landet doch alles zumindest beim Recycling und nicht in der schwarzen Tonne, oder? Nein. Hier ein paar Beispiele:

  • Küchenrolle und Papierservietten
    Warum nutze ich ein Tuch aus Papier und werfe es dann weg, anstatt eines Stoff zu waschen weg anstatt es zu waschen und noch mal zu benutzen? Ich habe ein paar ältere, nicht mehr ganz so schöne Küchenhandtücher gevierteilt, und einmal den Rand umgenäht. Die liegen jetzt in einem kleinen Korb zwischen Esstisch und Küche und werden zum Aufwischen, Mund säubern etc. verwendet, sozusagen ein Zwitter zwischen Serviette und Küchenrolle. Dann wandern sie in die Wäsche. Fertig.
  • Papiertaschentücher
    Oma hatte immer eines in der Tasche, heute fragt man nur noch nach einem Tempo. Warum eigentlich? Stofftaschentücher fühlen sich großartig an, brauchen weder viel Platz im Schrank noch in der Waschmaschine.
  • Waschtücher
    Wer hat die Dinger eigentlich erfunden? Tücher, die man mit in die Wäsche gibt und die Farbe und Schmutz auffangen.
  • Wattestäbchen
    Sind angeblich eh nicht gut fürs Ohr. Und ein weiches, dünnes Tuch und der kleine Finger tun es auch.
  • Klopapier (ok, soweit bin ich dann auch noch nicht…)

Für die Frauen unter Euch schon mal als Teaser: Es gibt Alternativen zu Tampons und Binden, ehrlich. Das ist aber ein ganz eigenes Thema 🙂

4. Nur so viel nehmen, wie wirklich nötig ist.

Wenn ich pro Geschenk statt 10 Tesastreifen nur 5 Tesastreifen verwende, dann hält meine Tesarolle doppelt so lang. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Beschenkte weniger freut, ist sehr gering. Wenn ich Papier doppelseitig bedrucke, brauche ich nur halb so viel Papier. Wenn ich nur soviele Lebensmittel kaufe, wie ich auch aufbrauche, werfe ich weniger weg. Und wenn ich mir nur soviel auf den Teller tue, wie ich auch essen kann…

5. Reparieren und Upcyclen

Manches ist gar nicht kaputt, sondern muss nur repariert werden. Die Jeans kann man flicken, sogar manche Waschmaschine reparieren. Und wenn man es nicht selber machen kann, dann kann es vielleicht jemand anderes.

Und so manches, was man nicht mehr reparieren kann, lässt sich mit ein bisschen Fantasie weiterverwenden. Aus alten Stoffresten wird eine stylische Küchenschürze, aus alten Kartons eine Ritterburg für die Kinder, aus alten Fahrradschläuchen werden Gürtel… Upcycling ist ein totaler Trend.

Fazit

Puh, das ist jetzt ganz schön philosphisch und abstrakt geworden. Mein ganz konkreter Tipp: Mal bewusst beobachten, was man alles in den Mülleimer wirft. In den in der Küche, in den im Bad, in den neben dem Schreibtisch… Man muss den Müll ja nicht aufheben und am Ende der Woche ausbreiten, aber eine kleine Liste machen (auf Schmierpapier). Und dann überlegen, was davon wirklich nötig ist.

Vielleicht schaffen wir es dann, den Pro-Kopf-Abfall in Deutschland zumindest mal auf Europäischen Durchschnitt zu senken. Laut Statistischem Bundesamt fielen je Einwohner in Deutschland (im Jahr 2012) 611 Kilogramm Abfall an. Dazu zählen Haushaltsabfälle, vergleichbare Abfälle aus Gewerbe und Industrie sowie Verpackungsabfälle. Damit liegt die Abfallmenge hierzulande deutlich über dem EU-Durchschnitt von rund 492 Kilogramm je Einwohner. Das geht besser, finde ich!

5 Gedanken zu “Abfall vermeiden – 5 Basics

  1. Schön zusammengefasst! Mir gefällt, dass du auch deutlich gemacht hast, dass nicht nur „ganz oder gar nicht“ zählt, sondern auch Kleinigkeiten viel ausmachen, wenn alle mitziehen. Das motiviert mich! In letzter Zeit habe ich meine Prinzipien nämlich ein bisschen schleifen lassen.

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  2. Eine schöne Basic-Zusammenstellung 🙂
    Ich ergänze noch Müllbeutel (ein Produkt das hergestellt wird mit dem Zweck es wegzuwerfen??) und tausche im letzten Absatz Schmierpapier gleich durch digitale Notizen – wenn man das Smartphone eh schon dauernd mit sich rumschleppt, kann man es auch nutzen – gerade für „vergängliche“ Notizen ideal.

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