Minimalismus. Warum?

Bei dem Versuch, Abfall im Allgemeinen und Plastik im Besonderen zu vermeiden, stoße ich immer wieder an den Punkt: Was brauche ich überhaupt in meinem Leben? Und jetzt an Weihnachten (entschuldigung, ich wollte dieses Thema eigentlich vermeiden) stellt sich mir diese Frage noch viel eindrücklicher. Brauchen wir, brauche ich noch eine neue Stereoanlage? Wieviele Klamotten kann mein Kleiderschrank ertragen? Wohin mit den neuen Büchern, CDs und DVDs? Wo kann ich das neue Paar Ski lagern zwischen März und Dezember?

Nicht nur, dass diese Dinge irgendwann zwangsläufig irgendwie entsorgt werden müssen. Was machen diese Dinge alle mit mir? Sie müssen verstaut werden, d.h. sie brauchen Platz. Sie müssen mindestens gelegentlich abgestaubt werden, das braucht Zeit. Dazu fallen viele Dinge in die Kategorie „wenn ich mal Zeit habe, dann…“ und machen mir damit noch ein schlechtes Gewissen. Und so ganz werde ich das Gefühl nicht los, dass viele dieser Dinge mich besitzen, obwohl es doch umgekehrt sein sollte.

Ich bin weit davon entfernt, mit nur 100 Dingen auszukommen, wie es „echte“ Minimalisten tun. Aber ich stelle fest, dass es mir gut tut, Dinge auszusortieren, die nur Raum einnehmen, aber mir nichts geben. Bücher, von denen ich weiß, dass ich sie nie wieder lese. CDs, die ich nicht mehr höre. Küchenutensilien, die ich nie benutze. Klamotten, die ich seit Jahren nicht mehr anziehe.

Da ich nun aber vor allem versuche, Abfall zu reduzieren, kann ich die Dinge nicht einfach wegwerfen. Das wäre so einfach. Nein, ich muss mich bemühen, sie sinnvoll weiterzugeben. Einiges habe ich verkauft, vieles verschenkt. Das kostet viel Energie und Zeit. Aber es hat einen unglaublichen Vorteil: Bei jeder Versuchung, etwas Neues zu kaufen, denke ich derzeit daran, wie aufwändig es unter Umständen ist, wenn ich das Teil mal nicht mehr brauche oder mag, wenn es mir nicht mehr passt. Alleine dieser Gedanke hilft mir schon, das Teil nicht zu kaufen. Oder es mir zumindest sehr gut zu überlegen. Auch nicht schlecht, oder?

Kennt Ihr das Gefühl? Oder bin ich der Sonderling, der nur der Wirtschaft ihre Jahresbilanz versaut?

2 Gedanken zu “Minimalismus. Warum?

  1. Ich glaube nicht, dass du damit ein Sonderling bist, sondern finde dein Verhalten sehr gut und nachahmenswert. Bei uns ist das ähnlich. Es werden zwar Sachen gekauft, die gebraucht werden oder uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern, aber sinnlose Kaufsucht gibt es hier nicht. Ich bin auch immer froh über mehr Bewegungsfreiheit, wenn wieder alter Krempel entsorgt wird, der – wie du es schon sagtest – „beachte mich“ ruft.

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