Urlaubszeit ist die schönste Zeit

In der vergangenen Woche war es still hier. Wir waren in Urlaub. Nun ist im Urlaub bekanntermaßen alles anders und das ist auch gut so. Aber so anders, dass man auf einmal alle Prinzipien über den Haufen wirft, sollte es nun auch nicht sein. Jetzt lässt sich trefflich darüber diskutieren, ob Skifahren in irgendeiner Art überhaupt nachhaltig ist – von der Anreise mit dem Auto über die Verbauung der Alpen bis hin zu den Schneekanonen – aber das soll nicht mein Thema sein. Vielmehr geht es mir um die Umsetzung aller guten Vorsätze zum Thema Abfall und Plastik unterwegs und vor Ort. Das ist mir, nun ja, wie soll ich sagen, nicht so wirklich gut gelungen…

Auf dem Hinweg war ich noch klug und vorbereitet. Brezen, Butter, Käse, Obst, was Süßes, alles schön verstaut in Dosen und Beuteln, für jeden eine Trinkflasche. Dazu ein Mittagessen nicht im Schnellrestaurant, sondern halberlei anständig von richtigen Tellern. Kurz und gut: Die Bilanz der Hinfahrt war wirklich okay.

Vor Ort war die Bilanz weniger gut. Dank Vollverpflegung gab es zum Glück wenig Bedarf einzukaufen. Trotzdem habe ich an den Punkten, wo ich Abfall hätte vermeiden können, schlicht immer zu spät geschaltet. Die Skilehrer organisieren einen kleinen Umtrunk am ersten Skitag – erst nach dem Trinken realisiere ich, dass ich einen Einweg-Plastikbecher in der Hand halte. Dank Halsweh trinke ich mehrfach heiße Milch mit Honig an der Bar – mit Honig aus Miniportiönchen in Plastik und Strohhalm. Zumindest den Strohhalm wollte ich eigentlich verhindern – und denke jedesmal erst daran, als ich in in meiner Tasse sehe. Meine Stofftaschentücher habe ich zu Hause vergessen und greife auf die Papiertücher im Bad zurück.

Ähnlich war die Rückfahrt. Zu spät denke ich daran, ein bisschen Verpflegung für die Fahrt zu organisieren, und wir landen mit hungrigen Kindern in einer sehr schlechten Autoraststätte mit Burger King. Für den zweiten Teil der Fahrt vergesse ich sogar, die Trinkflaschen neu aufzufüllen.

Wie konnte das alles so passieren? Ich muss für mich feststellen, wie schwer es ist, jenseits der gewohnten Bahnen anders zu planen als früher. Zu Hause habe ich alles organsiert, habe meine Einkaufswege, bin in meinen Läden bekannt und habe fast schon einen Ruf zu verlieren. Unterwegs muss ich alles noch einmal ganz neu denken. Mit anderen Menschen über besondere Wünsche reden und vielleicht auch diskutieren. Vielleicht war meine Vergesslichkeit in Teilen auch die Angst vor der Konfrontation?

Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig, woran es lag und wie ich es besser machen kann. Was glaubt Ihr?

3 Gedanken zu “Urlaubszeit ist die schönste Zeit

  1. Hallo!

    Ich denke, vieles ist Gewohnheit und wenn Du das, was in Deinen 4 Wänden schon Gewohnheit wurde, noch nicht in Urlaubsumgebung üblich ist, braucht es einfach ein bisschen Übung, damit das auch dort zur Gewohnheit wird.

    Es kann funktionieren, das darf ich Dir verraten. Natürlich ist es mit eine Umstellung verbunden und mit dem festen Willen, es anders machen zu wollen.

    Vielleicht hilft es Dir, vorher ein wenig nachzudenken, wie Du es in einer anderen Umgebung anders machen kannst. Sozusagen einen Notfallsplan aufzustellen.

    lg
    Maria

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  2. Ich glaube der Lebensstil, den Du führst ist meinem nicht unähnlich. Ich finde, dass er mit viel Struktur, Mehraufwand und Zeit verbunden ist und damit, dass man sein Bewusstsein ständig auf etwas richtet, dass einem wichtig ist. Im Urlaub hast Du diese Strukturen nicht, es dauert ja auch diese aufzubauen. Außerdem lässt man generell im Urlaub los, was ja auch gesund ist, um dann im Alltag wieder Kraft zu haben. Liebe Grüsse!

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