Einmal hin, einmal her, Selbermachen ist nicht schwer?

Wer weniger Plastik und Abfall prodzieren will, gelangt in den normalen Läden schnell an seine Grenzen. Manches lässt sich Second Hand besorgen, manches gibt es in Online-Shops, die sich genau darauf spezialisiert haben, aber dort gibt es halt auch nicht alles. Vor allem bei den Dingen des täglichen Verbrauchs ist es oftmals schwierig bis unmöglich, etwas zu finden, was den eigenen Ansprüchen genügt. Dann heißt es: die guten Vorsätze über Bord werfen und trotzdem kaufen oder verzichten oder: Selbermachen. Im Internet gibt es zahllose Rezepte für viele „Problemfälle“ – von Reinigungsmitteln über Deo bis hin zu Chips. Wie spannend! Das hat natürlich viele Vorteile, ich bin aber auch skeptisch. Warum?

Vorteile des Selbermachens

  • Erkenntnis: Warum machen die Putzmittel, die ich bisher halt so gekauft habe, eigentlich alles sauber? Woraus ist Brot gemacht? Unbezahlbar ist der Blick eines Kindes, wenn es feststellt, dass im geliebten Ketchup ganz viel eeeeeeklige Tomaten drin sind 😉
  • Wissen, was drin ist: Wenn ich es selber gemacht habe, dann weiß ich was drin ist. Ich kann mir sicher sein, dass keine Zusatzstoffe drin sind. Ein gutes Gefühl.
  • Unabhängigkeit: In unserer modernen Gesellschaft haben wir vieles verlernt, was für unsere Großeltern nach selbstverständlich war. Wieviele Menschen gibt es, die keine Ahnung haben, wie man ein Brot backt oder Nudeln macht, wie man strickt oder näht? Nicht nur Kinder haben oftmals keine Idee, wie es auch nur im Ansatz funktionieren könnte. Dieses Wissen zu erhalten, macht unabhängig.

Nachteile des Selbermachens

  • Es fällt trotzdem Abfall an. Manchmal sogar mehr. Denn wenn wir nicht selber die einzelnen Zutaten anbauen, müssen wir sie einkaufen. Und wie wir wissen: Nicht alles kriege ich lose auf dem Markt oder gar in einem Unverpackt-Laden.
  • Es kostet Zeit. Manches kostet viel Zeit. Und Nerven. Ich denke da nicht nur das Machen an sich, sondern auch an den Aufwand, die „richtige“ Rezeptur herauszufinden. Ein Ketchup zu produzieren, das auch die Kinder akzeptieren, ist halt nicht so leicht.

Vermutlich fallen Euch noch 1000 andere Argumente dafür und dagegen ein. Für mich sind das die schlagenden. Und bin deswegen kein wirklich riesiger Fan des Selbermachens aus Prinzip. Ich bin neugierig und offen für alles, aber eher experimentell. Als ich ein wirklich einfaches Rezept für Apfelessig bei langsamerleben entdeckt habe, wollte ich es unbedingt ausprobieren. Und siehe da: Es war toll! Der Essig ist lecker und jetzt probiere ich gerade Weißweinessig aus. Mache ich jetzt jeden Essig nur noch selber? Nein! Probiere ich noch andere Essigsorten aus oder mache ich nochmal neuen Apfelessig? Vermutlich ja! Beim Brotbacken ist es ähnlich. Ich habe dank des Tipps eines Nachbarn ein tolles, einfaches Rezept für Brot für mich entdeckt. Das backe ich auch wirklich oft, bringe es auch Freunden mit. Trotzdem kaufe ich regelmäßig Brot. Weil ich nicht immer Lust zum Backen habe. Einmal habe ich probiert, Marshmallows selber zu machen. Das Ergebnis war… nun ja… Hat es Spaß gemacht? Ja! Probiere ich das nochmal? Eher nicht.

Kurz und gut: Ich mache dort, wo es mir Spaß macht, gerne mal Sachen selber. Manches einmal, manches öfter. An anderen Stellen verzichte ich oder habe meinen Konsum reduziert – dort wo es mir leicht oder zumindest nicht allzu schwer fällt. Und an anderer Stelle kaufe ich einfach gegen meine Prinzipien. Chips und Schokolade zum Beispiel. Oder Lollies für die Kids.

Für mich ist das in Ordnung. Ich habe an sovielen Punkten gute und sehr gute Lösungen gefunden, wir produzieren nur noch so wenig Abfall im Allgemeinen und Plastikmüll im Speziellen, dass diese Sachen im Verhältnis kaum ins Gewicht fallen. Und es soll Spaß machen. Denn nur wenn es Spaß macht, wird es weitergehen.

Wie seht Ihr das? Macht Ihr vieles selber? Und wenn ja, was?

8 Gedanken zu “Einmal hin, einmal her, Selbermachen ist nicht schwer?

  1. Hallo!

    Ich bin schon ein großer Fan von Selber machen, das sieht man auch bei meinem Blog.

    Durch das selber machen konnte ich schon sehr viel Müll reduzieren und ich weiß vor allem wirklich was drin ist. Da ich nicht alles vertrage ist das für mich sehr wertvoll.

    Aber natürlich kostet selber machen Zeit. Mein Kompromiss – ich esse gerne auch 2 x hintereinander das selbe Essen. Ich koche etwas mehr und friere es ein. Eingekauft wird vor allem am Bauernmarkt und nach Plan.

    Ketchup, das Kindern schmeckt, habe ich nicht geschafft. Das wird gekauft. Ich selber nehme dafür lieber Tomatenmamelade statt dessen.

    lg
    Maria

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  2. Halli Hallo 🙂
    Also, ich versuche ja auch seit ca. 2,5 Monaten auf Plastik zu verzichten (den restlichen Abfall werde ich reduzieren, wenn das mit dem Plastik mehr Routine geworden ist).
    Ich habe inzwischen auch einige Dinge selbst gemacht. Bisher hat mir das meiste Spaß gemacht. Oder anders gesagt, beim Machen hat mir alles Spaß gemacht. Allerdings war das Ergebnis nicht immer so wie ich wollte. Meine erste Schokolade ist zum Beispiel gründlich daneben gegangen. Ich werde das sicher nochmal probieren, aber wohl nicht so oft. Ich brauche aber auch gar nicht mehr die Mengen an Schokolade, und ansonsten kann ich ja auch Schokokuchen backen, das ist einfach und auch lecker schokoladig.

    Reiniger werde ich demnächst vermehrt selbst machen, aber das hab ich teilweise auch schon seit längerer Zeit getan. Ich denke, ich werde die Dinge weiterhin kaufen, die es ohne Plastik gibt und versuchen selbst zu machen, wenn es nicht ohne geht.

    Aber es stimmt schon, ich finde es toll zu wissen, was drin ist. Das ist echt ein gutes Gefühl und meistens belastet man damit das Wasser etc. ja auch weniger.

    Ich habe selbst ein paar Blogposts verfasst, weil mich das Thema sehr beschäftigt momentan. Schau doch einfach mal vorbei: http://gruenes-einhorn.com/

    Liebe Grüße!

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  3. liebe christiane!
    den apfelessig habe ich im letzten jahr auch gemacht. aus den vielen apfel ‚abfällen ‚ die beim kuchen backen und mus machen angefallen sind. ich liebe ihn!
    er ist bei mir auch putzmittel und haarspülung.
    meine seifen mache ich selber, klar 🙂
    ob das nun umweltverträglicher ist, wage ich zu bezweifeln. aber für unsere haut ist es allemal viel gesünder.
    alles essbare aus unserem garten wird verwertet und haltbar gemacht.
    liebe grüsse von mir!

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