For ladies only!

Nachdem nun selbst Spiegel Online (zumindest am Rand) das Thema aufgreift, möchte auch ich davon schreiben. Jungs, Ihr müsst jetzt entweder tough sein oder einfach aufhören zu lesen. Denn es geht um die weibliche Menstruation.

So Mädels, jetzt sind wir unter uns. Los geht’s.

Als ich das erste Mal meine Tage bekam, wurden mir von der Welt zwei Alternativen gezeigt: Frau benutzt Binden oder Tampons. Das mit den Binden hatte sich zumindest bei mir schnell erledigt und so verwendete ich rund 25 Jahre lang Tampons. Damit war ich nicht unzufrieden, aber auch nicht ganz glücklich. Zum einen gehöre ich zu den Menschen, die die wichtigen Dinge im Zweifelsfall nicht zur rechten Zeit dabei haben – aber das ist mein persönliches Problem. Viel wichtiger: Die Tampons trockneten die Scheide ganz schön aus und an den leichten Tagen war es immer ein bisschen unangenehm. Aber in Summe war das schon ok. Bis ich anfing mich mit dem Thema Abfall auseinanderzusetzen…

Die Nachteile von Tampons

Tampons genauso wie Binden bedeuten eine ganze Menge Abfall. Da sind zum einen die Produkte an sich, aber sie sind (wegen der Hygiene!) natürlich ganz besonders gut und einzeln verpackt. Und je mehr ich über Tampons las, desto problematischer fand ich sie. Denn Tampons sind aus Baumwolle. Dass man für den Anbau von Baumwolle unglaublich viel Wasser braucht, ist mittlerweile ziemlich bekannt. Dazu kommt auch noch, dass die Pflanzen empfindlich sind und daher in der Regel mit Pestiziden gearbeitet wird. Mit großen Mengen an Pestiziden. Das ist nicht nur für die Arbeiter auf den Plantagen und die Umwelt dort vor Ort gefährlich. Rückstände von dem Zeug können nämlich in der Baumwolle bleiben.  Die Organisation Women’s Voices for the Earth (WVE) beispielsweise kam in einer Studie im Herbst 2013 zu dem Schluss, dass etliche Intim-Pflegeprodukte für Frauen gefährliche Chemikalien enthalten, darunter krebserregende Stoffe (Karzinogene), Allergene, Pestizide und Dioxine. Und die gelangen so direkt in unseren Körper, weil das vaginale Gewebe besonders gut aufnahmefähig ist. Keine schöne Vorstellung.

Aber auch wenn ich das nicht für möglich gehalten hätte: Es gibt Alternativen!

Die Alternative, die ich für mich gefunden habe, ist die Menstruationstasse. Sie ist aus Silikon und sieht aus wie ein kleiner Kelch mit Stiel. Das Prinzip ist ganz einfach: Man führt die Menstruationstasse in die Scheide ein (dafür muss man sie ein bisschen falten und quetschen), dann sammelt sich in der Tasse das Blut. Mit Hilfe des Stiels holt man die Tasse wieder raus, leert das Blut in die Toilette, spült den Kelch aus – und fängt wieder von vorne an. Am Anfang fand ich das Prozedere und insbesondere das Einführen ein bisschen komisch und es hat ein bisschen gedauert, bis alles richtig saß. Aber das war damals mit den Tampons nicht anders.

Die Vorteile

Das Silikon trocknet nicht so aus wie die Baumwolle und ist in der Regel angenehm zu tragen. Außerdem passt mehr rein als in einen Tampon, so dass ich normalerweise nur morgens und abends die Tasse ausleeren muss. Es fällt kein Abfall mehr an und es ist es auch günstiger, als immer wieder neue Tampons zu kaufen. Und es ist mir wirklich noch nie was ausgelaufen.

Die Nachteile

Für mich ist der einzige echte Nachteil die Situation in öffentlichen Toiletten, wenn das Waschbecken nicht direkt bei der Toilette ist und man nicht mal schnell die Tasse ausspülen kann bevor man sie wieder einsetzt. Bisher bin ich aber noch nie in die Situation gekommen, weil die Tasse eben so lange hält. Da bin ich vor der langen Autofahrt einfach nochmal auf Toilette gegangen. Außerdem muss man die Tasse natürlich pflegen, das heißt beim Wechseln ausspülen und nach der Periode einmal auskochen. Manch eine Frau mag es als unangenehm empfinden, dem eigenen Menstruationsblut so nah zu kommen, denn es ist natürlich viel sichtbarer als im Tampon. Ob man das als ekelig empfindet oder nicht, soll jede für sich entscheiden.

Für mich ist die Menstruationstasse auf alle Fälle super. Ich fühle mich damit wohl, habe keine Probleme, die Vorteile überwiegen für mich die Nachteile bei weitem. Ein Versuch ist es wert!

Und Ihr? Kanntet Ihr das schon?

PS: Wer einen Überblick über die verschiedenen Modell haben möchte, dem empfehle ich www.menstruationstasse.net (ja, so eine Seite gibt es wirklich). Dort werden die Handhabung und auch die verschiedenen Modelle und Hersteller genau beschrieben.

PPS: Wer noch etwas über andere Alternativen als die Menstruationstasse lesen möchte, dem empfehle ich den Blog widerstandistzweckmaessig.wordpress.com. Maria hat sich umfassend und in sieben Beiträgen mit dem Thema auseinandergesetzt. Sie kam nämlich im Gegensatz zu mir mit der Menstruationstasse leider nicht zurecht und hat deswegen noch ganz andere Sachen ausprobiert. Hier der Link zum letzten der sieben Beiträge – von dort aus sind alle anderen Teile verlinkt.

3 Gedanken zu “For ladies only!

  1. Baumwolle ist aber heute in konventionellen Tampons auch nur noch zum Teil enthalten, soweit ich weiss ist da einiges an Kunststoffen mit drin, auch wenn es immer noch baumwollig aussieht.
    Ich persönlich hab mich an die Tassen noch nicht rangetraut und nutze weiter Tampons. Bin aber bei den Slipeinlagen auf welche aus Stoff umgestiegen (von Kulmine) und davon absolut begeistert.

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  2. Hallo!

    Ich freue mich sehr, dass auch Du dieses sehr wichtige Thema aufgreifst. Super, dass Du mit der Tasse so gut zurecht kommst!

    Bei meiner letzten Mens war ich übrigens die gesamte Zeit nicht zu Hause und auch da hat es super gut mit den Stoffbinden geklappt, ich war gleich noch mehr begeistert…

    lg
    Maria

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