Nachhaltiger Jahresrückblick 2015

Angeregt von  „Kokon aus Luft“ habe auch ich angefangen zu überlegen, wie nachhaltig mein Jahr 2015 eigentlich war. Ich habe nicht Buch geführt, insofern ist es ein gefühlter Rückblick.

Weniger Plastik

Wie sehr sich unser Plastikkonsum reduziert hat, sehe ich an unserem gelben Sack. In normalen Monaten reicht uns locker einer (im 4-Personen-Haushalt). Allerdings ist es in Monaten mit Kindergeburtstagen oder auch an Weihnachten auch mehr, da schlagen die Geschenke einfach durch.

Aber sonst: Alles was halberlei problemlos plastikfrei funktioniert, habe ich umgestellt: Beutel statt Plastiktüten, Shampoo, Duschgel und Co. in fester Form, viele Lebensmittel bekomme ich auf dem Markt und in den diversen Geschäften lose, Getränke in Glasflaschen. Da hat sich vieles eingespielt und ist normal geworden.

Was bleibt? Problematisch sind weiterhin ein paar Lebensmittel wie Linsen. Und ganz schlecht bin ich in Bezug auf Süßigkeiten für die Kinder. Ganz viel Plastik fällt auch bei den kleinen Dingen an, die sich die Kinder entweder von ihrem Taschengeld selber kaufen (zum Beispiel Zeitschriften – welch Grauen!) oder geschenkt bekommen (oftmals auch Süßigkeiten). Aber hier vermute ich, dass ich mit einer zu rigorosen Ansage eher Trotz und Widerstand hervorrufe. Was meint Ihr?

Weniger Abfall

Auch unser Abfall (Restmüll) hat sich deutlich reduziert. Das liegt zum einen an unserem Balkonkompost, durch den viel weniger in der Restmülltonne landet. Was zudem richtig gut funktionert ist das Leben ohne Küchenrolle und mit Stofftaschentüchern. Da ich auch im Bad eigentlich keinen Abfall mehr produziere, landen im Restmüll nur noch Reste von den Tellern (was sich gerade mit Kindern nicht immer vermeiden lässt) und ähnliches. Solange wir also nicht einen Wurmkomposter anschaffen, der auch Essensreste verkraftet, ist hier der Spielraum eher gering.

Weniger Zeug

Meine Shopping-/Ausmist-Bilanz ist 2015 richtig gut. Ich habe kaum Neues gekauft, sogar 3 Monate gar nichts gekauft und die Dinge, die den Weg hierher gefunden haben, waren auch nach längerem Überlegen sinnvoll und werden auch gebraucht. Bei den Kindern gab es naturgemäß relativ viele neue Klamotten, aber hier hat dieses Jahr das Geben und Nehmen im Freundes- und Familienkreis super geklappt, so dass wir viel Gebrauchtes bekommen und umgekehrt auch weitergegeben haben. Auch beim Reparieren bin ich besser geworden. Der Automatismus hat sich gedreht von „kaputt=wegwerfen“ hin zu „kann man das reparieren?“, so dass der eine oder andere Ersatzkauf zumindest verzögert werden konnte.

Umgekehrt haben viele Dinge den Weg in ein neues Leben gefunden. Eine ganze Reihe von Sachen habe ich für Flüchtlinge gespendet, nicht nur Kleidung, sondern auch so Dinge wie überzählige Kindertrinkflaschen (wo kamen die alle her?). Außerdem habe ich wieder eine Reihe von Sachen über Ebay Kleinanzeigen verschenkt, Bücher auch in ein soziales Antiquariat gebracht. Trotzdem gibt es hier noch einen ganzen Stapel von Dingen, die weg sollen (und mir täglich vor Augen führen, wie mühsam weggeben ist – und mich vor neuen Einkäufen bewahren).

Sonstiges

Auch wenn ich immer noch großer Fan des Selbermachens bin, habe ich dieses Jahr das Nähen für mich (wieder)entdeckt. Mützen, T-Shirts und Kleider für die Kinder, sogar an Hosen habe ich mich herangetraut. Ob das wirklich nachhaltiger ist im Sinne von weniger Ressourcenverbrauch, wage ich fast zu bezweifeln, aber es macht Spaß und man lernt den Wert von Kleidung wieder mehr schätzen, wenn man stunden- und abendelang an einem Stück gesessen hat. Nachhaltiger wären die Upcycling-Projekte aus alten Kinderklamotten, die ich noch in der Pipeline habe, aber da habe ich noch nicht die Zeit gefunden.

Die Bilanz meiner Reisen ist dieses Jahr gemischt. Zwar bin ich nur einmal geflogen (wegen eines Notfalls in der Familie), aber Skiurlaub und Nachhaltigkeit passen nun mal nicht wirklich zusammen. Dafür waren wir ansonsten nur in Deutschland unterwegs, für kürzere Abstecher auch mit dem Zug. Beim Familienurlaub ist Zug wegen des Gepäcks leider illusorisch 😦 Allerdings  muss ich zugeben, dass ich an einigen Stellen auch in der Stadt wieder mehr Auto gefahren bin als im Vorjahr. Ein Grund dafür ist, dass ich zu den diversen Sportaktivitäten der Kinder oft deren Freunde mitgenommen habe, so dass Fahrrad und Kindersitz keine Option waren. Hier weiß ich noch nicht genau, wie ich damit umgehen soll.

Bei meiner Ernährung bin ich mir hingegen sehr sicher, dass sie deutlich nachhaltiger war als in den Vorjahren. Mein Vegetarierdasein hat sich komplett verfestigt, dazu habe ich verstärkt darauf geachtet, auch sonst weniger Milch und Co. zu essen. Schwach werde ich aber nach wie vor bei Sushi 🙂

Fazit

2015 war für mich ein Jahr der Konsolidierung. Es kam nicht viel Neues hinzu, aber sehr viel hat sich verfestigt und ist normal geworden. Wie anders unser „normal“ ist, fällt mir aber wirklich nur noch auf, wenn ich in „normalen“ Haushalten zu Besuch bin.

Meine Vorsätze für 2016 sind dementsprechend auch nicht sehr groß. Es gibt noch ein paar Ecken, die ausgemistet werden wollen, auch mein Kleiderschrank schreit nach Aufmerksamkeit. Auch das Thema „Auto in der Stadt“ steht auf der Liste. Und da auch dieses Jahr wieder ein Kind eingeschult wird, möchte ich ein paar Dinge anders und hoffentlich besser machen. Ansonsten? Weitermachen!

Und Ihr? Was machen Eure Vorsätze in Sachen Nachhaltigkeit für 2016?

3 Gedanken zu “Nachhaltiger Jahresrückblick 2015

  1. Sehr schön, dass du das auch gemacht hast, das werde ich gleich mal verlinken. 🙂
    Ich höre von Freunden mit Kindern auch oft, dass einiges schwerer ist – immerhin verteilt es sich dann auch auf mehrere Personen.

    Gefällt mir

  2. Hallo Christiane!

    Ich finde man sollte sich nicht einmischen, wie die Kinder ihr Taschengeld ausgeben, das würde ich auch nicht auf meine (Müll)kappe nehmen.

    Man kann ihnen nur vorleben, wie sie es dann machen, ist ihre Entscheidung finde ich. Auch bei Geschenken hat man wenig Einfluss.

    Meiner Meinung hilft nur, zu erkennen, wo habe ich Einfluss und wo nicht und nur dort wo man Einfluss hat hinzusehen. Damit man sich nicht selbst frustriert.

    Du machst das ganz toll, wenn ich mir Deinen Rückblick so ansehe!

    Danke an dieser Stelle auch noch einmal für Deinen überaus inspirierenden Adventkalender!

    Ich wünsche Dir ein wundervolles neues Jahr!

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

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