Problemzone Kleiderschrank (I)

Greenpeace hat im vergangenen Herbst zum Thema Kleidung eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben: „Wie viele Kleidungsstücke hängen in Deutschland im Schrank? Wie lange werden sie getragen? Warum wird Kleidung aussortiert? Werden Kleidungsstücke und Schuhe noch repariert? Wie sehr werden Alternativen wie Kleidertausch oder Second-Hand-Läden genutzt?“ Demnach besitztjede Erwachsene Person 95 Kleidungsstücke (ohne Unterwäsche und Socken), Frauen im Schnitt 118, Männer 73. Ein Drittel hat 100 bis 300 Teile im Schrank. Dazu wird anscheinend jedes fünfte Kleidungsstück so gut wie nie getragen und nochmal so viele seltener als alle drei Monate. Das macht laut Greenpeace 2 Milliarden Kleidungsstücke, die nahzu ungenutzt nur für den Schrank produziert wurden. Das ist doch verrückt, oder?

Mein Kleiderschrank – Status quo

Nun ist mein Kleiderschrank zum Glück nicht überfüllt und ich habe mir noch nie allzu viel aus Mode gemacht. Als Teenie habe ich zeitweise darunter gelitten (konnte mich aber trotzdem nicht für Mode begeistern). Und später sagte mal eine kluge Freundin zu mir, eine Frau sollte spätestens mit 30 wissen, was sie tragen kann und will. Ich mag Jeans und schwarze Stoffhosen, im Sommer ab und zu einen Rock. T-Shirts sind in der Regel unifarben schwarz, weiß oder pink, im Winter liebe ich schwarze Rollkragenpullis. Meine Jeansjacke ist etwa 10 Jahre alt, meine Regenjacke 5. Schuhe trage ich erstens flach und zweitens bis sie kaputt sind (und der Schuster auch nicht mehr helfen kann).Das war es im großen und ganzen auch schon.

Dennoch haben sich im Laufe der Jahre Stücke in meinen Kleiderschrank geschlichen, die ziemlich genau der Beschreibung von Greenpeace entsprechen: ein grauer Blazer, den ich wohl wirklich noch nie anhatte; ein paar T-Shirts mit komischen Mustern oder seltsamen Farben. Außerdem *räusper* sind ein paar Dinge in den vergangenen Jahren ein bisschen eingelaufen und erinnern mich jeden Morgen daran, dass auch ich schon mal ein bisschen schlanker war. Nicht viel, aber ein bisschen.

Mein Kleiderschrank wie ich ihn gerne hätte

Ich hätte – wie wir vermutlich alle – einen Kleiderschrank mit Kleidungsstücken

  • die ich mag an mir.
  • die mir passen.
  • die sich gut anfühlen auf der Haut.
  • die sich kombinieren lassen.

Klingt so einfach, vor allem, weil sich mein Kleidungsstil in den vergangenen 20 Jahren auch wirklich wenig gewandelt hat.

Dazu hätte ich gerne einen Kleiderschrank

  • der übersichtlich ist.
  • der nicht vollgestopft ist.
  • wo alles seinen Platz hat.
  • Man alles gut sieht und erreicht.

Wir haben einen recht großen Kleiderschrank, in dem auch noch jede Menge anderer Sachen (wie Bettwäsche, Winterdecken, Schlafsäche u.ä.) Platz findet. Sollte also auch möglich sein.

Was hält mich davon ab, den Kleiderschrank entsprechend auszumisten?

Lindsay von Treading my own path (ein sehr empfehlenswerter Blog, in dem sie sich gerade in den vergangenen Wochen viel mit dem Thema Kleidung befasst hat) hat 5 Gründe identifiziert, die sie in der Vergangenheit davon abgehalten haben, Sachen auszumisten:

1. Irgendwann nehme ich ab und die Sachen passen mir wieder. Erwischt. Aber wie wahrscheinlich ist das?

2. Irgendwann werde ich es schon tragen, irgendwann brauche ich das Teil. Wirklich? Warum sollte das passieren, wenn ich es bis jetzt nicht anhatte?

3. Es war so teuer. Ja, das kann sein. Aber ändert das etwas daran, dass ich es nicht trage?

4. Wenn […], dann steht es mir. Im Ernst?

5. Ich möchte keinen Müll produzieren? Gutes Argument, aber es gibt doch Alternativen zum Wegwerfen, oder?

Ich muss gestehen, alle diese Gründe treffen auch bei mir zu. Manche mehr, manche weniger, aber es trifft es ganz gut. Dazu kam bei mir noch das Wörtchen „irgendwann“. Irgendwann, wenn ich mal Zeit und Lust habe, dann miste ich den Kleiderschrank aus. Ganz sicher. Versprochen.

Ich kann Euch verraten: Gestern war „irgendwann“! Gestern habe ich damit angefangen. Mehr dazu erzähle ich Euch in Kürze.

Und Ihr? Habt Ihr auch eine Problemzone Kleiderschrank? Wie geht Ihr damit um?

 

 

 

13 Gedanken zu “Problemzone Kleiderschrank (I)

  1. Ich habe gar nicht gewusst, dass man so viele Teile besitzen kann. Wahrscheinlich habe ich weniger als der Durchschnitt.
    Ich besitze auch Teile, die ich nicht anziehe. Oft hab ich die als Geschenk bekommen. Ich will die auch immer irgendwohin bringen, aber ich weiss nicht wohin.

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    1. Das „Wohin“ ist wirklich ein Problem. Wir als Gesellschaft haben so viele Klamotten, dass selbst Spenden oftmals schwierig ist. Ich werde auf alle Fälle berichten, wie es mir mit meinen Sachen ergangen ist – vielleicht gibt das die eine oder die andere Anregung.

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  2. Hallo Christiane… auch ich habe immer noch einige ungenutzte Dinge im Kleiderschrank. Anfang des Jahres habe ich meine „Inventur der Dinge“ angefangen. Da kamen 21 Kleiderbügel zum Vorschein, von denen 12 unbenutzt auf dem Boden auf ihren Einsatz warten. Wahnsinnige 60(!) T-Shirts! Die Hälfte davon zog ich nicht mehr an, da sie alt und verwaschen waren. Nur war ich bisher einfach zu faul gewesen sie auszusortieren. Inzwischen habe ich mir von vielen Dingen getrennt. Bücher sind im Büchertauschregal, Kleider bei der Flüchtlingshilfe und vieles mehr auf dem Flohmarkt verscherbelt. Es ist nicht einfach. Aber es geht. Ich wünsche Dir viel Energie dabei, Dich zu trennen von dem, was Du nicht brauchst…
    LG Martin

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    1. Hallo Martin, 60 T-Shirts! Das Verrückte daran ist, dass man damit noch nicht mal die absolute Ausnahme ist. Und ich frage mich ja immer, woher es (psychologisch) kommt, dass man alte Sachen nicht aussortiert und wegwirft. Danke für Deine Energiewünsche! LG Christiane

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  3. Ich mach dieses Jahr das mit dem Bügel-Trick: Hab im Frühling (fast) alles auf Bügel getan und die Bügel mit der offenen Hakenseite nach vorne in den Schrank gehängt. Was ich angezogen habe, wird dann normal aufgehängt, und am Ende des Jahres sehe ich, was ich nie angezogen habe. Und das kommt dann weg, Flohmarkt oder Altkleidersammlung.
    Sachen, die reif für den Müll sind – solche hatte ich auch :P, die hab ich bereits aussortiert.

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    1. Der Bügeltrick ist klasse, allerdings muss ich gestehen, dass ich eher der „Ungeduldig“- und „Das-soll-jetzt-gleich-passieren“-Typ bin 😦 Und ich glaube, ich würde über die lange Zeit doch das eine oder andere anziehen, nur damit ich es nicht weggeben muss. Komisch, oder?
      Ich bin gespannt, wie viel bei Dir weg kommt!

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      1. Ich bin auch gespannt… bis jetzt hat sich nicht viel rauskristallisiert – eun Hemd, und paar Sachen hab ich dann doch übers Jahr schon entsorgt. Es wird das eine oder andere Stück übrig bleiben, das ich irnzwie toll/teuer/fürirgendwannmal/geschenktbekommen seit ewig aufhebe. 😛

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  4. Ein sehr guter Artikel … Allerdings ist es so, dass, auch wenn man das alles weiß, es trotzdem nicht sooo einfach ist!
    Momentan habe ich einen vollen Schrank mit Sachen in Gr. 36,38 und 40! Ich weiß, eeehrlich, dass ich das Zeug alles wieder brauche, auch wenn die Hosen in 38 aktuell manchmal etwas spack sind – aber das Frühjahr kommt und dann purzeln auch die Pfunde! Bin ich fest von überzeugt! So isses nämlich! Und jetzt sag´nicht, das würde ich jedes Frühjahr sagen… denn das kannst Du ja gar nicht wissen, auch wenn´s so is.. ;-)… Ne, Quatsch, aber die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt, aber ob ´s die 36 wieder wird? Hmmmm…
    Jedenfalls Alles Liebe, Nessy

    http://www.salutarystyle.com

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  5. Ich hab vor kurzem auch mal gezählt und kam auf 107 ich war irgendwie ziemlich gechockt, weil ich es deutlich weniger eingeschätzt habe… Ich hab aber auch Taschen, Schmuck und Schals mitgezählt, also bin ich anscheinend wenigstens unter dem Durchschnitt. Ich hab auch einen Artikel zu meiner Kleiderschranksituation geschrieben. Vielleichst schaust du mal vorbei. Er kommt 14:00 Uhr online ;D
    Liebe Grüße, Susi

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