Problemzone Kleiderschrank (III)

Nachdem sich mein Kleiderschrank ein gutes Stück weg vom suboptimalen Ist und hin zum gewünschten Sollzustand entwickelt hat, blieb als letzte große Aufgabe die sinnvolle Weiterverwendung der aussortierten Kleidungsstücke. Und ich weiß genau, warum ich mich so lange vor diesem Artikel hier gedrückt habe: Dinge sinnvoll weitergeben ist ein Drama!

1. Wegwerfen

Ein paar Sachen habe ich weggeworfen. Stücke mit richtigen Flecken und Löchern oder auch Unterwäsche.

2. Second Hand

Eigentlich wollte ich einen guten Teil in einen netten, kleinen Second Hand Laden hier in der Gegend bringen. Aber das war schon im Vorfeld gar nicht einfach, denn der Laden hat nur an einem Tag Annahme und dann stehen die Leute da bis auf die Straße (und müssen einen großen Teil wieder mitnehmen, weil es nicht ins Konzept passt oder so). Ich verstehe ja, dass das für die ein Geschäft ist, aber einfach ist anders. Dazu erzählte mir dann noch eine Bekannte, dass sie für wirklich neuwertige Jeans gerade mal 2 Euro bekommen hätte und sie die Sachen rückblickend lieber verschenkt hätte. Da war ich ihrer Meinung und habe schlußendlich nichts dorthin gebracht.

3. Spenden/Verschenken/Abgeben

Gerade Kinderklamotten habe ich schon viel an die Flüchtlingsunterkünfte in der Umgebung weitergegeben, aber bei Frauenkleidung sind die meist gut ausgestattet und man muss genau sehen, wann sie was brauchen. Das passte gerade nicht. Toll finde ich ja auch Projekte wie Kleiderkreisel oder Tauschpartys, aber das hätte sich bei mir nicht gelohnt.

Dafür erzählte mir meine Schwägerin, sie würde in Kürze Sachen zu einem Frauenhaus bringen – und schwupps, hatte sie noch eine Tasche von mir mit dabei. Das war in diesem Fall wirklich Glück und ich weiß ehrlich nicht, was ich sonst gemacht hätte. Wahrscheinlich hätte ich die Sachen irgendwann genervt doch in einen Altkleidercontainer gestopft – was ich eigentlich nicht möchte, weil ich nicht recht weiß, was damit passiert und ob man damit wirklich etwas Gutes tut.

Was habe ich gelernt?

Ich nehme wieder einmal die Erkenntnis mit, dass „gar nicht erst kaufen“ viel, viel, viel besser ist als irgendetwas nachher wieder zu entsorgen! Sobald man die Sachen nicht auf den Müll werfen will, ist es ein riesiger Aufwand, der mir sehr schlechte Laune macht. Die Reihenfolge der fünf Schritte zu Zero Waste (wie sie beispielsweise Bea Johnson beschreibt) macht absolut Sinn: Wer weniger kauft, muss sich am Ende um weniger kümmern!

1. Refuse (Ablehnen): Welche Art von Kleidung brauche ich wirklich? Wenn ich kein Kleidertyp bin, brauche ich vielleicht gar kein Abendkleid (das ich später irgendwie mühsam verkaufen muss).

2. Reduce (Reduzieren): Wieviele Kleidungsstücke brauche ich. Hier ist Weniger wirklich mehr, wenn die Sachen zusammenpassen. Bei jedem Kauf erst mal fragen, brauche ich wirklich noch ein T-Shirt, noch ein paar Schuhe, noch eine Tasche…? Ganz oft lautet die Antwort Nein.

3. Reuse (Wiederverwenden): Das Verrückte Huhn hat neulich aus einem alten Wollpullover einen Winterrock gezaubert. Oder man kann ein nicht mehr passendes Stück (beim Schneider) auf die neue Kleidergröße anpassen. Dann brauche ich gar nichts Neues und muss mich auch nicht um die Entsorgung des alten Stückes kümmern.

Und Ihr? Wie macht Ihr das mit den Sachen, die Ihr aussortiert habt? Gibt es noch großartige Tipps und Tricks, die ich noch nicht kenne?

Ein Gedanke zu “Problemzone Kleiderschrank (III)

  1. Hallo! Erstmal lieben Dank, dass du auf mein kleines Re-use-Projekt verlinkt hast, das freut mich. Ich hab aber auch schon ähnliche Probleme mit dem Weggeben gehabt. Ich hab so viel in der Reuse-Kiste, dass ich nicht wirklich alles umgestalten kann. Letztens habe ich die besten Sachen mit zu einer Klamottenbörse gegeben. Davon wurde aber nur weniges gekauft. Der Rest ging als Spende an einen Verein. Dann musste ich es wenigstens nicht zurücknehmen… Unsere Kita nimmt auch Altkleider, da bekommen sie dann Geld dafür. Auch das halte ich noch für vertretbar, denn es nutzt immerhin der Einrichtung was. Wenn man es in die Kleidertonne wirft, nützt es v.a. den Firmen, die die Sachen dann sortieren und weiterverwenden etwas. Aber du hast recht, am besten ist es, gleich weniger zu kaufen. Ich führe deshalb 2017 erstmals eine Einkaufsstatistik. Bin gespannt, wie viele Anziehsachen ich wirklich kaufe. Liebe Grüße, Marlene

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