Weniger Zeug

Ein zu Hause mit allem, was man so braucht, ist toll. Einkaufen ist toll. Wenn man etwas gefunden hat, was einem wirklich gefällt, dann fühlt sich das gut an.

Aber eines ist klar: Fast alles, was wir besitzen, landet irgendwann im Müll.

Und hier rede ich nicht von dem Abfall, den wir durch unsere tägliche Nahrungsaufnahme produzieren, selbst wenn wir uns alle Mühe geben, diese Menge gering zu halten. Ich rede von Kleidung, Geschirr, Möbeln, Büchern, CDs, Computern, Dekokram und all dem, was unsere Zimmer so füllt.

Selbst wenn wir ab heute nichts mehr wegwerfen, stellt sich die Frage, was unsere Erben mit all dem machen werden. Und was passiert mit dem Buch, was ich nicht noch mal lesen werde? Was mache ich mit dem T-Shirt, was mir nicht mehr gefällt?

Im besten Falle nutze ich es selbst, bis es wirklich nicht mehr nutzbar ist, also zerfleddert, zerlöchert, kaputt. Dann kommt es – richtig – in den Müll.

Wenn es mir nicht mehr gefällt und ich es nicht mehr brauche, kann ich es weitergeben, verschenken, verkaufen. Aber es ist immer noch da. Und irgendwann landet es bei dem Nachbesitzer im Müll.

Eine gute Lösung ist es natürlich, alle Dinge, die man sich anschafft, möglichst lange zu nutzen und erst dann wegzuwerfen, wenn sie wirklich kaputt sind. Ein guter Ansatz ist es auch, möglichst haltbare, langlebige Dinge zu kaufen. Auch dann brauche ich weniger schnell Ersatz.

Die wirklich wichtige Frage ist aber: Was brauche ich überhaupt?

Die Antwort ist individuell und nicht nur eine Frage der Persönlichkeit, sondern auch der Lebensumstände. Wer in Berlin lebt, braucht Kleidung für Sommer und Winter und ganz sicher eine gute Regenjacke. Wer in Neuseeland lebt, braucht weniger Winterkleidung. Aber jenseits dessen: Brauche ich 500 Bücher im Regal oder gibt es eine Bibliothek ums Eck? Brauche ich für die eine Handwerkstätigkeit pro Jahr eine eigene Säge oder kann ich mir die vom Nachbarn leihen? Brauche ich 40 T-Shirts im Schrank oder tun es auch ein paar weniger?

Das Schöne ist: Weniger zu haben, reduziert nicht nur auf lange Sicht den Abfall. Im  Hier und Jetzt ist es einfach weniger Zeug, um das wir uns kümmern müssen. Abstauben. Waschen. Wegräumen. Das bedeutet: Mehr Zeit zum Leben.

Ein Gedanke zu “Weniger Zeug

  1. Mir macht „shoppen“ schon lang keinen Spaß mehr. In unserer Stadt bieten in der Fußgängerzone überwiegend irgendwelche Mainstream-Billig-Läden überflüssige Dinge an, bei denen schon beim Kauf klar ist, dass sie der Müll von morgen sein werden. Ich kauf nur was, wenn ichs wirklich brauche. Auch Lebensmittel kaufe ich am liebsten im Bioladen, der hat alles, ist übersichtlich und klein, man wird nicht erschlagen von einem schier unübersehbaren Angebot – ich kann mich dann immer nicht entscheiden und kauf gar nix – und man ist auch viel schneller fertig mit dem Einkauf. Auch über Großpackungen, die einer siebenköpfigen Familie angemessen wären, muss ich mich nicht ärgern. So gewinne ich Zeit , spare Geld und hab keinen Stress! 😉

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